Mann verlässt kranke Ehefrau für Geliebte – doch ihr stiller Plan lässt ihn mittellos und bettelnd auf den Knien zurück

Chapter 38: Die Anzahlung

Sophia rief um 14:13 Uhr an, und ihre Stimme sagte Mark alles, bevor der erste vollständige Satz landete.

Keine Weichheit.

Kein Flirt.

Keine Geduld mehr.

Er trat aus dem Seiteneingang von Greystone, um ranzugehen, eine Hand schon fester um das Telefon.

„Ich bin gerade mitten in—“

„Nein, bist du nicht“, unterbrach Sophia. „Du weichst mir aus.“

Die Straße war hell vom Nachmittagsverkehr. Ein Lieferwagen stand mit laufendem Motor am Bordstein. Jemand auf der anderen Seite des Blocks lachte zu laut in ein Headset. Die Stadt bewegte sich mit der groben Gleichgültigkeit, die sie für privaten Zusammenbruch immer bereithielt.

Mark wandte sich von den Fenstern ab und senkte die Stimme. „Worum geht es?“

Sophia stieß kurz die Luft aus.

„Die Kaution für die Wohnung. Die Anzahlung für die Möbel. Der offene Betrag beim Schmuck. Die Karte, die ich für die Innenarchitektin benutzt habe. Soll ich weitermachen?“

Jeder Punkt landete einzeln.

Nicht weil er sie vergessen hatte. Weil er versucht hatte, den Schaden nicht an einer Stelle zusammenzurechnen.

„Ich habe dir gesagt, ich arbeite daran.“

„Nein“, sagte sie scharf. „Du sagst das ständig. Daran arbeiten ist nicht bezahlen.“

Mark schloss kurz die Augen.

Von drinnen im Büro sah er Neil zwischen den Schreibtischen umhergehen, eine Mappe unter dem Arm. Gewöhnliche Arbeit. Gewöhnliches Tageslicht. Während hier draußen sein altes Leben immer noch Rechnungen schickte, durch den Mund der Frau, von der er einst glaubte, sie beweise, dass er die richtige Wahl getroffen hatte.

„Es wird geregelt“, sagte er.

„Wann?“

„In ein paar Wochen.“

Sophia lachte tatsächlich.

Nicht warm.

Nicht grausam.

Nur mit der müden Ungläubigkeit von jemandem, der endlich aufgehört hatte, ein Produkt zu kaufen, das er früher geliebt hatte.

„Ein paar Wochen?“, wiederholte sie. „Emily steht auf jeder Wirtschaftsseite der Stadt. Sie spricht im Whitmore. Sie sitzt am Haupttisch mit Leuten, die tatsächlich zählen. Und du bittest mich, ein paar Wochen auf eine Anzahlung zu warten, die du mir vor Monaten versprochen hast.“

Mark spürte Hitze im Hals aufsteigen. „Mach das nicht.“

„Was denn?“

„Uns vergleichen.“

Es gab einen Schlag Stille.

Dann sagte Sophia das eine, worauf er nicht vorbereitet war.

„Ich vergleiche dich nicht mit Emily. Ich vergleiche, was du mir versprochen hast, mit dem, was du tatsächlich bist.“

Der Verkehrslärm schien zu verschwinden.

Mark starrte auf den Gehweg.

Er dachte an die Wohnungsfenster. Den Blick über die Stadt. Das Weinregal, das sie ausgesucht hatte. Den Seidenmorgenmantel, den sie zusammengefaltet auf dem Bett zurückgelassen hatte. All das hatte einmal wie ein Sieg ausgesehen. Sauber. Aufgewertet. Beweis, dass er nichts zerstört hatte — nur nach oben getauscht.

Jetzt sagte selbst Sophias Ton die Wahrheit.

Er hatte nicht mächtig ausgesehen.

Er hatte vorübergehend ausgesehen.

„Ich brauche das Geld bis Freitag“, sagte sie. „Nicht weil ich denke, du schuldest mir noch Romantik. Weil du mir Fakten schuldest.“

Er sagte nichts.

Denn welche Antwort blieb?

Sophia atmete noch einmal aus, jetzt leiser.

„Sie hat dich früher durchschaut als ich“, sagte sie. „Das ist der Teil, den ich mir nicht verzeihen kann.“

Die Leitung war tot.

Mark stand auf dem Gehweg, das Telefon noch ans Ohr gedrückt, und verstand mit schrecklicher Klarheit, dass Sophia nicht mehr für die Zukunft stritt.

Sie kassierte aus der Vergangenheit.

Und heute Abend, wenn er ohne Einladung ins Whitmore ginge, würde die Stadt ihm genau zeigen, wie wenig Platz für Männer blieb, die bereits richtig gelesen worden waren.